Eine Fondsgesellschaft (oft auch Kapitalverwaltungsgesellschaft oder Investmentgesellschaft genannt) übernimmt die Verwaltung und Organisation von Fonds. Sie stellt mehrere Aktien oder andere Vermögenswerte zusammen zu einem Fond. Der Anleger kann dann Anteile an diesem Fond kaufen und so seinen Einsatz breit streuen. Diese Gesellschaft sammelt sozusagen das Geld vieler Anleger, stellt Fonds zu verschiedenen Bereichen zusammen, die dann anteilsmäßig gekauft werden können.
Hauptaufgaben von Fondgesellschaften:
- Administration: Abwicklung von Käufen/Verkäufen, Berechnung des Fondsanteilspreises (NAV), Verwaltung von Ausschüttungen wie Dividenden oder Zinsen.
- Bündelung von Anlegergeldern: Sie sammelt Kapital von vielen Anlegern und legt es in einem Fonds zusammen.
- Anlageverwaltung: Je nach Fondsart trifft entweder ein Fondsmanager aktive Anlageentscheidungen (aktiv gemanagte Fonds) oder die Gesellschaft sorgt für die korrekte Nachbildung eines Index (bei ETFs).
- Rechtlicher Rahmen & Sicherheit: Sie sorgt dafür, dass der Fonds nach gesetzlichen Vorschriften (z. B. KAGB in Deutschland oder UCITS in der EU) geführt wird. Das Fondsvermögen ist Sondervermögen und bleibt auch im Fall einer Insolvenz der Gesellschaft geschützt.
- Berichtswesen & Transparenz: Sie veröffentlicht regelmäßig Berichte über die Entwicklung, Portfoliozusammensetzung und Kosten.
Ziel einer Fondgesellschaft ist es, das Risiko zu streuen (Diversifikation), indem nicht nur in ein einzelnes Wertpapier oder andere Vermögenswerte, sondern in viele verschiedene investiert wird. Es wird also nicht nur z.B. eine Aktie von beispielsweise Amazon gekauft sondern, der Anleger (in dem Falle vielleicht DU) kauft Anteile am Fonds und profitierst dadurch anteilig von Gewinnen, Dividenden oder Zinsen – trägst aber auch Verluste mit.
Welche Fondgesellschaften gibt es?
Es gibt viele unterschiedliche Fondgesellschaften. Hier sind ein paar Beispiele:
- Union Investment: Eine der größten Fondsgesellschaften in Deutschland.
- Deka Gruppe: Eine weitere wichtige deutsche Investmentgesellschaft.
- Allianz Asset Management: Gehört zu den großen Fondsgesellschaften mit Sitz in Deutschland.
- BlackRock: Ein global führender Vermögensverwalter mit einer starken Präsenz in Deutschland.
- Amundi: Ein großer europäischer Vermögensverwalter.
- BNP PARIBAS ASSET MANAGEMENT: Eine weitere große internationale Fondsgesellschaft.
- DWS: Gehört zur Deutschen Bank und bietet eine breite Palette an Fonds an.
- Vanguard Group: Ein bedeutender globaler Anbieter von Investmentfonds und ETFs.
Das investierte Geld der Anleger in diese Fonds wird als Sondervermögen betrachtet und ist somit im Falle einer Insolvenz der Fondgesellschaft geschützt.
Wie verdient eine Fondgesellschaft Geld?
Das ist eine gute aber einfach zu beantwortende Frage. Eine Fondgesellschaft verdient Geld, indem sie sogenannten Verwaltungsgebühren (Management Fees) aber auch Ausgabeaufschläge auf die Fondanteile anwendet.
Gebührenübersichten von Fondgesellschaften
- Ausgabeaufschlag: Eine einmalige Gebühr, die beim Kauf von Fondsanteilen anfällt. Diese wird auch als eine Art Vertriebsprovision darstellt.
- Verwaltungsgebühr (Management Fee): Weiter oben schon kurz angesprochen. Die Verwaltungsgebühr ist eine laufende (jährliche) Gebühr. Sie wird aus dem Fondsvermögen entnommen und für die Verwaltung und Optimierung des Fonds genutzt.
- Performance Fee: Diese Gebühr ist als erfolgsabhängige Gebühr angesehen und nur bei aktiv verwalteten Fonds erhoben. Wenn also bestimmte Renditeziele übertroffen werden.
- Rücknahmegebühr: Diese Gebühr fällt an, wenn Anleger ihre Anteile wieder zurückgeben. Allerdings ist das nur bei manchen Fonds der Fall und aktuell jedoch seltener geworden.
Unterschied aktiv und passiv gemanagte Fonds
Es gib aktiv und passiv gemanagte Fonds. Bei aktiv gemanagten Fond stellt ein Fondmanager die Auswahl der entsprechenden Werte (z.B. Aktien) zusammen und überprüft und optimiert diese fortlaufend. Daher fallen hier meist höhere Gebühren an. Hier gibt es unter anderem Aktienfonds (Wertpapiere von Unternehmen), Rentenfonds (meist Anleihen wie Staatsanleihen), Geldmarktfonds (Geldmarktpapiere mit kurzer Laufzeit) oder Mischfonds (z.B. in Aktien, Anleihen, Rohstoffe). Hier wird versucht den Index durch dauerhaftes Optimieren zu schlagen und mehr Gewinn zu erzielen.
Bei passiv gemanagten Fonds (oder auch ETFs genannt) wird ein spezieller Index (Dax, Dow Jones, MSCI World,…) versucht so gut es geht nachzubilden bzw. kopiert. Ein physisch replizierender Dax-ETF enthält somit alle 40 Werte des deutschen Aktien Index. Diese Fonds sind deutlich kostengünstiger. Mit einem Sparplan kann man diese ETFs z.B. monatlich mit 25€ besparen und streut so das eingesetzte Kapital breiter, als wenn man es in Einzelaktien investiert. Durch das Factsheet des jeweiligen ETFs sieht man genau aus welchen Anteilen sich die ETF zusammensetzt.
Wenn ihr mehr zum Thema ETFs erfahren wollt, schaut euch unseren Beitrag an: Reich werden mit ETFs?
Disclaimer: Die Inhalte dieses Blogs stellen keine Anlageberatung dar. Alle Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Bildung und Information. Investitionen in Aktien und ETFs sind mit Risiken verbunden – ein Totalverlust ist möglich. Bitte führe eigene Recherchen durch und ziehe bei Bedarf unabhängigen fachlichen Rat hinzu.

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